brasilien zuckerhut
Brasilien
Brasilien Gruppenreisen
  • 8-15 Teilnehmer
  • feste Reisetermine
  • aktiv & erlebnisreich
  • deutsche Reiseleitung
Brasilien Individualreisen
  • ab 1-2 Personen
  • individuelle Termine
  • maßgeschneiderte Reisen
  • wählbare Hotelklassen

Reiseziel Brasilien

Brasilien hat mehr zu bieten als Samba, Strand und Sonne. Jenseits aller Klischees fasziniert das fünftgrößte Land der Welt seine Besucher mit einer enormen landschaftlichen und kulturellen Vielfalt.

Attraktionen von Brasilien

Brasilien ist das tropische Traumziel schlechthin. Der Norden wartet mit dem größten zusammenhängenden Regenwaldgebiet der Erde auf. Neben mehrtägigen Urwaldtouren lohnt sich hier eine Flusskreuzfahrt auf dem Amazonas oder einem seiner zahllosen Seitenarme. Wer es aktiver mag, findet im bizarren Tafelgebirge Chapada Diamantina oder dem satt-grünen Orgelgebirge ideale Wanderbedingungen vor. Tierliebhaber finden in den ausgedehnten Sumpfebenen des Pantanal ihr Eldorado. Ganz vorne unter den Naturhighlights von Brasilien rangieren auch die Iguazu-Wasserfälle. Hunderte kleinere und größere Katarakte ergießen sich vor tropischer Urwald-Kulisse in die Tiefe und können von der argentinischen und brasilianischen Seite bestaunt werden. Ebenso faszinierend wie seine Natur ist das urbane Brasilien. Neben den pulsierenden Megacitys Sao Paulo und Rio de Janeiro sollte sich der Brasilien-Reisende einen Besuch der kolonialen Kleinode Salvador da Bahia, Paraty und Olinda nicht entgehen lassen. Zum Erlebnis wird eine Reise durch Brasilien insbesondere auch durch den Kontakt zu seinen herzzereißend freundlichen und lebensfrohen Bewohnern. Brasiliens buntes Bevölkerungsgemisch spiegelt sich auch in der in der facettenreichen Landesküche wider, welche von der indianischen, afrikanischen und europäischen Esskultur beeinflusst ist. Von Fisch und Fleisch, Gerichten mit Kokos- und Dendê-Öl bis hin zu exotischen Früchten ist für jeden Gaumen etwas dabei. Eine Rundreise durch Brasilien lässt sich perfekt mit einem Badeaufenthalt verknüpfen. Mehrere tausend Kilometer Küste sind mit endlosen Kokospalmenhainen und unberührten Traumstränden gesäumt. Neben den mondänen Strandbädern Buzios und Angra dos Reis haben auch entlegenere Traumstrände, wie das vor allem bei jungen Leuten beliebte Jericoacoara ihren Reiz.

Reisezeit

Brasilien ist ganzjährig bereisbar. Drei große Klimazonen können unterschieden werden: der tropische Norden, das subtropische Zentrum und der Süden mit spürbaren jahreszeitlichen Wechseln. Wer alle Landesteile bereisen möchte, sollte seine Reise in die Monate September und Oktober legen, was natürlich mit Kompromissen verbunden ist.

Unser Reiseangebot

Unser Reiseangebot nach Brasilien umfasst eine Klein-Gruppenreise zu festen Terminen, sowie (maßgeschneiderte) Individualreisen und Reise-Bausteine.

Alle Highlights im Überblick
Manaus ist die Hauptstadt von Amazonas, dem größten Bundesstaat Brasiliens, und ist vielen bekannt als Zentrum des Kautschukbooms, der im 19. Jahrhundert mit Entdeckung und Anbau des Gummi-Rohstoffes einherging. Als weltweit einziger Lieferant bis etwa 1910, gelangte die Stadt zu einem Reichtum, der es ihr erlaubte, prachtvolle Bauten wie das Teatro Amazonas zu errichten. Das Wahrzeichen der Stadt bietet auch heute noch Theater- und Konzertaufführungen, sowie weitere Kulturereignisse. Daneben ist auch der Palácio Rio Negro ein Zeuge aus der Zeit des Kautschukbooms. Um die Jahrhundertwende (18./19. Jahrhundert) im Kolonialstil erbaut, dient er seit 1997 als Kulturzentrum und beinhaltet unter anderem zwei Museen. Manaus liegt nur wenige Kilometer vom Fluss Amazonas entfernt an dessen Nebenfluss Rio Negro. Die Stadt ist somit der ideale Ausgangspunkt für Bootstouren in den umgebenden tropischen Regenwald, wo Urwaldlodges, Naturparks und Flussstrände beliebte und eindrucksvolle Ausflugsziele sind. Während der Regenzeit von Dezember bis Juni, wenn die Flüsse ihren Höchststand erreichen, entstehen Überschwemmungswälder, die sogenannten Igapós. Dabei kann man gerade einmal die Baumkronen erkennen, die aus dem Wasser schauen, man fährt also sozusagen durch die oberste Etage des Regenwalds. In den Monaten danach liegt der Wasserpegel bis zu 15 m tiefer.
Etwa 90 km von Manaus entfernt, auf dem Rio Negro stromaufwärts, liegt der Arquipélago das Anavilhanas. Der größte Süßwasserarchipel der Welt besteht aus einer Gruppe von 400 Inseln. In der Regenzeit versinkt die Hälfte dieser Inseln im Hochwasser und die Fauna konzentriert sich auf die noch trocken liegenden.
Von den vielen Inseln aus in der Bucht von Angra dos Reis wird die Ilha Grande (Große Insel) am meisten aufgesucht. Sie ist mit ca. 150 km Küstenlinie und über 100 Stränden die größte Insel der Region und zugleich die touristisch besterschlossenste. Dennoch hat sie in mehrfacher Hinsicht ihren ursprünglichen Charakter bewahren können, sowohl als Ergebnis strenger Naturschutzbestimmungen als auch ihrer bis 1994 ausschließlichen Nutzung als Gefängnisinsel, die während der Militärdiktatur zu schrecklicher Berühmtheit gelangte. Infolge ihrer Abgeschiedenheit blieb die Insel bis heute relativ dünn besiedelt und wurde auch in ihrem Naturreichtum kaum beeinträchtigt. Die Ilha Grande ist ein Stück Amazonien mitten im Atlantik.
Ein besonderer Tipp ist das gemeindebasierte Ökotourismusprojekt Prainha do Canto Verde. Das idyllische Fischerdorf befindet sich unweit von Fortaleza, der Hauptstadt des Bundestaates Ceará, und besticht durch seine dünenartigen weitläufigen Strände. Hier geht das Leben noch seinen gewohnten Gang. Im Kampf gegen Bodenspekulanten, die infolge der staatlichen Tourismusentwicklung das Gebiet bedrohten, gründete der Schweizer René Schärer 1992 den Verein Amigos de Prainha do Anto Verde zur Unterstützung der 180 Jangadafischer, die vom handwerklich betriebenen Fischfang an der Küste leben. Auf der Suche nach alternativen Einkommensquellen, da die Langustenbestände durch die Piratenfischerei immer weiter zurückgingen, entstand unter Mitwirkung von René Schärer ein kommunales Tourismusprojekt, das 1999 vom deutschen Studienkreis für Tourismus und Entwicklung mit dem „ToDo-Preis“ für sozialverantwortlichen Tourismus ausgezeichnet wurde. Die Tourismuskooperative bietet Buggytouren, Jangadafahrten und Wanderungen an und verkauft selbstproduziertes Kunsthandwerk. Mittlerweile haben sich mehrere gemeindebasierte Tourismusprojekte an der Küste Cearás zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Dazu gehören die Dörfer Ponta Grossa, Tatajuba und Balbino.
Im Südwesten Brasiliens, nahe den Grenzen zu Bolivien und Paraguay, erstreckt sich das weltweit größte Feuchtgebiet, der Pantanal (portugiesisch für Moor, Sumpf). Die Schwemmlandebene besitzt die höchste Pflanzen- und Tierartendichte innerhalb Südamerikas und wurde im Jahr 2000 in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Der Pantanal bezieht sein Wasser aus zahlreichen Zuflüssen in der Umgebung. Im Wechselzyklus von Regenzeit (November bis März) und Trockenzeit entsteht so ein komplexes Netz aus Wasserkanälen, Tümpeln, Grassavannen und Überschwemmungswäldern, die sich mosaikartig zusammensetzen. Die Transpantaneira, eine dammartige Piste beginnend im nördlichen Pantanal, sollte das Gebiet ursprünglich passierbar machen, wurde jedoch nie fertig gestellt und befindet sich immer wieder in Instandhaltungsarbeiten. Deshalb endet die Strecke nach nur etwa 150 km in Porto Jofre, kurz vor dem südlichen Pantanal. Danach ist das Sumpflandbecken nur noch zu Fuß und per Boot zu erkunden. Wenn Sie sich noch nicht entscheiden konnten, ob Sie lieber in den Süd oder in den Nord Pantanal reisen möchte, könnten folgenden Informationen für Sie interessant sein: Der nördliche Pantanal ist vor allem bei Reisenden beliebt, die zur Beobachtung von größeren Tieren kommen. Wenn Sie biologisch besonders interessiert sind, wird Sie der Süd Pantanal beeindrucken. Dieser Teil des Pantanals verblüfft mit einzigartigen Mikroökosystemen. Für das geschulte Auge wartet hier hinter jeder Biegung eine neue Überraschung.
Die tropische Inselgruppe vulkanischen Ursprungs steht unter strikten Vorschriften der Umweltbehörde, damit dieses Paradies weiterhin erhalten bleibt. Glasklares Wasser, saubere wunderschöne Strände, Buchten mit Delphinen, Riesenschildkröten und unzähligen weiteren Wassertieren, ein Traumziel, nicht nur für Taucher und Schnorchler. Durch die Beschränkung der Besucherzahl können Sie Ihren Aufenthalt fernab des Massentourismus genießen.
Der Nationalpark Lençóis Maranhenses liegt im Norden an der Küste des Bundesstaats Maranhão und ist ein wahres Paradies. Während der Regenzeit von Januar bis Juni entstehen zahlreiche Lagunen mit kristallklarem Wasser, welche sich durch die weißsandigen Dünen schlängeln und somit ein einzigartiges Bild liefern. Um die volle Pracht dieses Naturwunders zu erleben, bieten sich am besten die Monate Juli und August an, da ab August alle, bis auf drei, Lagunen anfangen auszutrocknen und sich erst in der Regenzeit wieder auffüllen.
Am Dreiländereck Brasilien - Argentinien – Paraguay, wo der Rio Iguaçu auf den Río Paraná trifft, ergießen sich die Iguazú-Wasserfälle - "Großes Wasser" in der Sprache der Guaraní - eines der Naturwunder überhaupt. Die 275 Wasserfälle erstrecken sich über eine Breite von drei Kilometern und fallen 80 Meter in die Tiefe. Dadurch sind sie breiter als die Victoria-Fälle, höher als die Niagara-Fälle und schöner als beide zusammen. Weder Worte noch Fotos werden ihnen gerecht, man muss sie gesehen und gehört haben! Ehe sie durch den weißen Mann entdeckt wurden, waren die Wasserfälle jahrtausendelang eine heilige Begräbnisstätte für die Stämme der Tupí-Guaraní und der Paraguas. Die Gegend umfasst eine der am besten erhaltenen Urwälder des Landes, reich an Bromelien, Orchideen, Zedern und Araukarien. Im Nationalpark von Iguazú gibt es auch interessante Vögel wie Sperber, Spechte, Eulen, "Macucos" und Reiher, sowie seltene Säugetiere wie "Quatis", Tapire, Otter und "Ariranhas".
Menschen & Kultur
Brasilien ist wohl das gemischteste Volk der Erde. Ursprünglich vier Bevölkerungsgruppen bilden die brasilianische Bevölkerung. Sie sind heute jedoch so umfassend vermischt, dass eine klare Zuordnung oft nicht mehr möglich ist. Diese Gruppen sind:
  • Portugiesen, die ursprünglichen Kolonialisten
  • Afrikaner, die als Sklaven nach Brasilien, vor allem an die nördliche Küste, verschleppt wurden. Der größte Teil der afroamerikanischen Bevölkerung ist daher im Nordosten anzutreffen.
  • Verschiedene Immigrantengruppen, hauptsächlich aus Europa (Italiener, Deutsche, Spanier), dem Nahen Osten und Asien, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Brasilien angesiedelt haben. Seit 1818 sind über 300.000 Deutsche eingewandert, die vor allem im Süden Brasiliens regelrechte deutsche Kolonien gebildet haben. Eine große japanische Bevölkerungsgruppe lebt vor allem in São Paulo, außerdem viele Polen, vorwiegend in Paraná.
  • Einheimische Volksgruppen der Tupí- und Guaraní-Sprachfamilien (200 ethnische Gruppen mit insgesamt etwa 500.000 Mitgliedern). Etwa 10 Prozent der Fläche Brasiliens ist auf ausgeschriebenen Territorien für die indigene Bevölkerung Brasiliens reserviert. Trotzdem kommt es häufig zu Landnutzungskonflikten um die rohstoffreichen indigenen Territorien.
Etwa die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung hat einen nicht unerheblichen Anteil afrikanischer Vorfahren, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert als afrikanische Sklaven in das Land gebracht wurden. Die Schwarzen haben sich jedoch im Laufe der Zeit stark mit der europäisch stämmigen Bevölkerung vermischt. Heute bezeichnen sich rund 49,9 Prozent der Brasilianer selbst als Weiße, 43,2 Prozent als Mischlinge (pardo) und 6,3 Prozent als Schwarze, 0,7 Prozent als Gelbe oder Indigene.
Die Brasilianer sind bemerkenswert lebensfreudig, optimistisch und tranquilo [trankuilo] (gelassen) und können mit ihrer guten Laune schnell anstecken. Insgesamt gehen die Uhren in Brasilien etwas langsamer, man hat immer Zeit für einen bate-papo, einen kleinen Tratsch. Pünktlichkeit gehört nicht gerade zu den Stärken der Brasilianer. Brasilianer sind ausgesprochen gastfreundlich und ausländischen Besuchern äußerst aufgeschlossen, „fazer amizades“[faser amisadschis] (Freundschaften schließen) heißt ihr Lebensmotto, so kann es auch schon mal vorkommen, dass man in der Schlange vor dem Geldautomat für ein Wochenende in das Strandhaus des in der Schlange vor einem Wartenden eingeladen wird. Gleichzeitig sollten Versprechen von Brasilianern, die Sie noch nicht so lange kennen, nicht allzu ernst genommen werden. Was schnell gesagt ist, ist noch lange nicht getan. Die Familie spielt eine große Rolle im Leben eines jeden Brasilianers. Auf dem Land sind die Familienstrukturen noch sehr traditionell, während sie in den großen Städten immer mehr aufweichen, was aber das Zusammengehörigkeitsbewusstsein brasilianischer Familien kaum beeinträchtigt. Das Leben in Brasilien spielt sich auf der Straße und im Freien ab. Jeder Brasilianer, der in der Nähe eines Strandes wohnt, schwärmt am Wochenende mit Sack und Pack inklusive Grill und Stereoanlage, zum nächstgelegenen Strand. Dabei sucht der Brasilianer nicht die Abgeschiedenheit und Ruhe. Am Strand mögen es die Brasilianer voll und laut. Hier tobt das pralle Leben. Sehen und gesehen werden ist das Motto. Es wird getanzt, gegessen, getrunken und Fußball, Fussballvolley oder Frescoball (eine Art Strandtennis) gespielt. Der Fußball ist in Brasilien heilig, ein verlorenes Spiel eine Tragödie, die durchaus sehr persönlich genommen wird.
Von den Brasilianern sagt man, sie seien weniger religiös als mystisch veranlagt. Sie streiten sich nicht um Dogmen oder den rechten Glauben, sondern sind eher auf der Suche nach dem wahren Seelenheil. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass viele Brasilianer sowohl fromme Katholiken als auch Anhänger afrikanischer religiöser Kulte in einer Person sind. Die afrikanischen Kulte kamen mit den Sklaven nach Brasilien. Die Ausübung afrikanischer Religionen war während der Kolonialzeit verboten, was dazu führte, dass die Sklaven ihre orixas oder Gottheiten unter dem Deckmantel katholischer Heiliger weiter verehrten, was schließlich in einer Vermischung von Katholizismus und afrikanischen Religionen mündete. So ist es den Afro-Brasilianern gelungen, Teile ihrer afrikanischen Kultur und Religion zu bewahren. Ein bedeutendes Erbe ist zum Beispiel die afro-brasilianische Religion Candomblé, die vor allem im Nordosten des Landes von Millionen von Brasilianern ausgeübt wird. Die Anhänger des Candomblé, welcher dem Spiritismus zuzuordnen ist, verehren mehrere Götter und Geister. Statistisch gesehen sind noch etwa 90 Prozent der Bevölkerung Brasiliens katholisch. Die Tendenz ist jedoch abnehmend. Neben den afrobrasilianischen Religionen bilden seit den letzen Jahren auch verschiedene Pfingstpredigerbewegungen, die zwar im Christentum ihren Ursprung finden, traditionelle christliche Kirchen aber in der Regel ablehnen, eine ernst zu nehmende Konkurrenz zur katholischen Kirche. Auf der Suche nach Nähe und Heilserfahrung wandern insbesondere viele arme, in den Slums lebende Brasilianer zu den so genannte Pfingstkirchen, wie beispielsweise der Assembleia de Deus oder der Igreja Universal do Reino de Deus ab, die christliche und naturreligiöse Elemente miteinander verbinden und das Wirken des Heiligen Geistes predigen.
Amtssprache Brasiliens ist Portugiesisch. Das brasilianische Portugiesisch unterscheidet sich jedoch deutlich vom Portugiesischen in Portugal; auch in Bereichen der Grammatik. Brasilianer sprechen in einfacheren Strukturen, weicher und melodischer als die Portugiesen. Aber auch innerhalb Brasiliens gibt es Unterschiede in der Aussprache. So wird im Süden des Landes z.B. ein „te“ oder „de“ am Wortende „tschi“ bzw. „dschi“ ausgesprochen, während man im Norden eher „ti“ oder „di“ sagt. Neben dem Portugiesischen existieren vor allem im Amazonasraum verschiedene indigene Sprachen. Sie lassen sich im Wesentlichen auf vier Sprachfamilien aufteilen: Tupí-Guaraní, Gê, Arawak und Karib. Das Tupí-Guaraní ist die am weitesten verbreitete. Viele Bezeichnungen, vor allem für Obst und Gemüse aber auch viele Ortbezeichnungen aus dem Tupí-Guaraní, bereichern das brasilianische Portugiesisch, so zum Beispiel abacaxi (Ananas), Guaraná (Frucht aus dem Amazonas und Nationalgetränk) oder Jericoacoara (Ort in der Nähe von Fortaleza).
Brasilien ist vielleicht das musikbesessenste Land der Erde. Die Musikstile und -richtungen Brasiliens sind so vielseitig wie seine Kultur. Vor allem unter jungen Leuten ist die „Musica Brasileira“ sehr beliebt. Amerikanische Musik wird eher gemieden. Die außerhalb des Landes wohl bekannteste Musikrichtung ist der Samba, Inbegriff des brasilianischen Karnevals. Historisch und begrifflich geht er auf einen angolanischen Tanz namens semba (Bauchnabel) zurück. 1928 wurde die erste Karnevals-Sambaschule Rios gegründet, gefolgt von einer reichen Differenzierung in verschiedene Richtungen wie z.B. den schnellen samba carnevalesco oder den langsamen, liederartigen samba canção. International ähnlich bekannt ist der Bossa Nova, der der musikalischen Szene Brasiliens mit „The girl from Ipanema“ zu internationalem Ruhm verhalf. Nach dem Militärputsch von 1964 entstand im Nordosten der so genannte Tropicalismo. Teilweise gesellschaftskritische Texte wurden mit Rock-, Bossa Nova- und Capoeira-Rythmen kombiniert. Exportschlager heute ist der brasilianische Funk, der in den Favelas entstanden ist und meistens den Alltag der sozial-marginalisierten Bevölkerungsgruppen thematisiert.
Capoeira ist ein weit verbreiteter Tanz-Kampfsport in Brasilien, von dem vermutet wird, dass er seinen Ursprung in den von den afrikanischen Sklaven ins Land gebrachten Kulten hat. Er verbindet Kampfkunst mit harmonischen Tanzbewegungen, Akrobatik, Musik und Spiritualität und zeichnet sich durch hohe Beweglichkeit und Geschicklichkeit aus. Die Kampftänze finden in einer Art gesellschaftlichen Runde, der „roda“ (Kreis), statt. Dabei treten immer zwei Capoeiristas gegeneinander an und werden von den umringenden Musikern und weiteren Capoeiristas mit rhythmischem Klatschen und Trommel, sowie Gesang unterstützt. Ziel ist es, den Gegner durch Kombinationen von sowohl angedeuteten, als auch ausgeführten Schlägen, Würfen, Drehsprüngen und Tritten zurückzudrängen und einzuschüchtern. Der Capoeirista bewegt sich dabei immer rhythmisch zur Musik. Im Mittelpunkt steht nicht die Aggressivität, sondern die Kreativität der Bewegungen. Capoeira hat seit 1974 in Brasilien den Status der Nationalsportart.

Die brasilianische Küche mit ihren zahlreichen regionalen Varianten ist einzigartig. Als eine Art Nationalgericht gilt die Feijoada, ein deftiger Eintopf aus schwarzen Bohnen, Rind- und Schweinefleisch, Speck, Knoblauch und Pfeffer. Traditionell wird es samstags zum Mittagessen zubereitet, mittlerweile wird es jedoch täglich vielerorts angeboten. Besonders beliebt bei Reisenden sind Churrascarias, bei denen nach dem „all you can eat“ Prinzip verschiedene Fleischspezialitäten angeboten werden. Die Kellner bringen abwechselnd Spieße mit gegrilltem Rind- und Schweinefleisch, Geflügel und Würsten an den Tisch und schneiden Portionen Ihrer Wahl ab. Dazu stehen, meist in Buffetform zahlreiche Beilagen zur Auswahl. Zum Alltag gehören auch die günstigen Buffet-Restaurants „buffet à quilo“, bei denen nach Gewicht bezahlt wird. Als typisch brasilianisches Getränk gilt der Caipirinha, ein Cocktail aus Cachaça (Zuckerrohrschnaps), Limonen, viel Eis und weißem Zucker. Aber auch für seine frisch gepressten Säfte ist das Land bekannt. Sehr zu empfehlen ist der Açaí. Dieser wird aus den Früchten der im Amazonasgebiet beheimateten Kohlpalme gewonnen und ist hochenergetisch und reich an pflanzlichen Proteinen, ein regelrechter Fitmacher nach einer anstrengenden Reise. Auch als geeistes Mus sehr zu empfehlen.
Geographie
Es gibt fünf politisch-administrative Großregionen mit jeweils drei bis neun Bundesstaaten, die sich auch geographisch unterscheiden lassen: der Norden, der Nordosten, der Zentrale Westen, der Südosten und der Süden. Allgemein ist Brasilien das artenreichste Land der Erde. Entdeckt wurden bislang rund 3.000 Wirbeltier-, 3.000 Süßwasserfisch-, 55.000 Blütenpflanzen-, 517 Amphibien- und 51 Primaten-Arten. Allein 207 dieser Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Auch der Wald verkleinert sich stetig. Zu frühen Kolonialzeiten war noch etwa 60 Prozent der Landesfläche mit Wald bedeckt, heute ist die Waldfläche Brasiliens bedeutend kleiner.
Der tropische Norden ist die am wenigsten besiedelte Region Brasiliens. Prägend ist der Amazonasregenwald, das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Welt. Der Amazonasfluss ist, zählt man seinen wichtigsten Quellfluss, den aus Peru kommenden Rio Apurimac-Ucayali hinzu, mit knapp 7000 km der längste und zugleich wasserreichste Fluss der Welt. Der Norden ist die regenreichste Region des Landes. Besonders von Januar bis April ist mit starker Nebelbildung und hoher Luftfeuchtigkeit zu rechnen. Der immergrüne tropische Regenwald im Amazonasbecken ist das größte zusammenhängende Waldgebiet. Bislang wurden mehr als 2.500 Baumarten entdeckt. Fast alle dieser riesigen Bäume finden sich im von Überschwemmungen verschonten Eté-Wald der Terra firme, die wiederum 98 Prozent des Amazonasgebiets umfasst. Besonders bekannt sind im gesamten Amazonasgebiet vor allem Papageien, Tukane und Kolibris. Es sind etwa 1.500 Insekten- und Schmetterlingsarten bekannt. Größere Waldtiere sind der Tapir, der Jaguar und der Puma. Daneben bevölkern Wildkatzen, Affen, Faultiere, Gürteltiere und Ameisenbären den Regenwald. Auch zahlreiche Fischarten (ca. 1.500) sind im Amazonas beheimatet.
Der Nordosten an der Atlantikküste gliedert sich in drei geographische Teilgebiete: Litoral (Küste), Agreste (Hochplateau) und Sertão (Halbwüste). Als Litoral bezeichnet man die 40-60 km breite Küstenebene mit kilometerlangen Sandstränden, palmengesäumten Buchten, Dünen und vorgelagerten Inseln mit Lagunen und Riffen. In diesem Gebiet sind die bekannten Küstenstädte Salvador und Recife angesiedelt. Das Litoral ist ganzjährig tropisch warm, sehr fruchtbar und wird geprägt von Kakao-, Mais-, Bohnen-, Ananas,- Baumwoll,- und Zuckerrohrplantagen. Das Litoral geht über in das Agreste, ein flachwelliges Hochplateau von 400-800 m Höhe, das aus einer großen Rumpfscholle mit steil abfallenden Hängen und steinigen Böden besteht. Beeindruckende Höhlen und Schluchten sind im Parque Nacional Chapada Diamantina anzufinden. Im 60 Prozent des Landes ausmachenden Sertão, im Landesinneren, herrschen mittlere Jahrestemperaturen zwischen 23° C und 26° C und extrem lange Trockenperioden von sieben bis neun Monaten. Hier beeindrucken die Felsformationen des Parque Nacional Sete Cidades.
Der Südosten macht nur etwa 10,85 Prozent des Territoriums aus, ist aber trotz ihrer Kaffeeplantagen und Rinderweiden die am dichtesten besiedelte Region Brasiliens. Zum Südosten gehören auch die Mega-Städte São Paulo und Rio de Janeiro, die von der Costa Verde – einer Bilderbuchlandschaft mit Orten wie Paraty – verbunden werden, sowie die im Inland gelegene drittgrößte Stadt Brasiliens, Belo Horizonte. Charakteristisch für den Südosten sind die Hügellandschaften, die sogenannten serras mit einer Höhe von durchschnittlich 800 bis 1000 m. In Rio de Janeiro erreichen die Ausläufer dieser Berge sogar die Küste, am bekanntesten sind der pão de açucar (Zuckerhut) und der Corcovado-Gipfel mit der 38 m großen Christus-Statue. Die verschiedenen Serras sind oft durch Flüsse getrennt, der größte im Südosten beginnende Fluss ist der Rio São Francisco. Ein anderer wichtiger Fluss der Südostregion ist der 1061 km lange Rio Paraíba. Der höchstgelegene Bundesstaat Brasiliens, Minas Gerais, gelang im 17. Jahrhundert durch Gold- und Edelsteinfunde zu Reichtum und noch heute ist der Südosten reich an Erz. Im Winter kann das Thermometer in höher gelegenen Gebieten durchaus unter 10° C sinken.
Der Süden macht fast sieben Prozent der Landesfläche aus und besteht überwiegend aus einem Hochplateau, durchbrochen von vielen Flussläufen und Tälern. Westlich der küstennahen Serra do Mar erstreckt sich eine durchschnittlich 500 m erreichende Hochebene. In diese Region wanderten viele Deutsche aus und hier findet sich die „deutsche Stadt“ Blumenau. Weiter südlich wird das Küstengebirge immer flacher und weicht der Campanha Gaúcha, auch pampa genannt – einer Region, in der bevorzugt Viehzucht betrieben wird. Der Süden zeigt eine subtropische Vegetation, die ursprünglichen Araukarienwälder wurden für den Export zerstört. Heute sind Niedergrassteppen in dieser Region häufiger. Der Süden ist besonders bekannt für seine riesigen Iguazú Fälle an der Grenze zu Argentinien und Paraguay sowie für seine Küste, die bei Surfern sehr beliebt ist und sich in den Monaten Mai/Juni zur Waldbeobachtung (Glattwale) anbietet, da die Meeressäuger in diese wärmeren Regionen kommen, um Ihre Jungen zu bekommen. Beliebter Urlaubsort bei Brasilianern und Argentiniern ist die landschaftlich schöne Insel Santa Catalina mit der Stadt Florianópolis, die sich zum Teil auf der Insel, zum Teil auf dem Festland erstreckt. Der Süden ist die kälteste Region Brasiliens mit durchschnittlichen Temperaturen um die 20° C. Im Winter kann es jedoch insbesondere in den brasilianischen Hochebenen auch schneien.
Der Mittelwesten bedeckt 18,86 Prozent der Landesfläche. Wegen der küstenfernen Lage ist die Region nur dünn besiedelt, die Vegetation wird überwiegend von Savannengebieten beherrscht. Touristisch für diese Region interessant ist insbesondere das Pantanal mit etwa 230.000 qkm Fläche. Das Pantanal ist eine noch sehr wenig erschlossene und kaum bewohnte Flussniederung mit einigen Süßwasserseen, die von zahlreichen Flüssen gespeist wird. Darin hat sich ein artenreiches Feuchtgebiet entwickelt. In der Regenzeit von November bis Mai ist das Gebiet zu weiten Teilen überflutet.
Beste Reisezeit
Nach Brasilien kann man das ganze Jahr über reisen. Brasilien hat drei Klimazonen: einen tropischen Norden, eine subtropische Mitte und einen Süden mit spürbaren jahreszeitlichen Wechseln. Fast das ganze Territorium Brasiliens von 8,5 Millionen Quadratkilometer liegt zwischen dem Äquator und dem Wendekreis des Steinbocks. Als Europäer muss man beachten, dass die Jahreszeiten im südlicheren Brasilien umgekehrt sind. In unserem europäischen Sommer herrscht dort eher Winter. Allerdings sind die Jahreszeiten in Brasilien generell bedeutend weniger ausgeprägt als bei uns. Wer alle Landesteile bereisen möchte, sollte seine Reise in die Monate September und Oktober legen, was natürlich mit Kompromissen verbunden ist:
  • In Rio wird es in diesen Monaten schon wieder etwas wärmer
  • In Bahia regnet es noch nicht allzu viel und es scheint häufig die Sonne
  • Im Pantanal ist es noch heiß und relativ trocken
  • Im Amazonasgebiet nehmen bei noch häufigen Sonnentagen die Niederschläge etwas zu

Im Dschungelgebiet des Amazonasbeckens ist das Klima äquatorial feucht und heiß mit heftigen Regenfällen fast das ganze Jahr hindurch. Obwohl es in einigen Gegenden keine eigentliche Trockenzeit gibt, bringen die Monate von Mai bis Oktober fast überall eine kurze Atempause und stellen daher die beste Reisezeit, auch in Bezug auf die Tierbeobachtung, dar. Die angenehmsten Temperaturen sind im Juni/Juli und der trockenste Monat ist August. Der regenreichste Monat ist im Norden der März. Zu dieser Zeit finden die Flüsse ihren Höchststand. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 24° C bis 27° C.
Im Nordosten findet man im Landesinneren teilweise ein semiarides tropisches Klima, heiß mit geringen Regenfällen. Die meisten Niederschläge fallen zwischen März und August. Die Küstenregion sollte in der Hauptregenzeit Juni/Juli gemieden werden. In Bahia gibt es in den Monaten August, September fast keine Niederschläge, weshalb diese Monate als beste Reisezeit gelten. Das Sertão, im Landesinneren, ist die trockenste und heißeste Region des Nordostens. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Nordosten 25° C.
An der südöstlichen Küste Brasiliens regnet es hauptsächlich im brasilianischen Sommer (Dezember-März), die wenigsten Regentage gibt es im Juli. Die beste Reisezeit für den Südosten Brasiliens ist von Oktober bis April. Die Berggegenden im Südosten haben ein tropisches Hochlandklima, aber die Regen- und Trockenzeiten sind ausgeprägter und die Temperaturen allgemein niedriger. Die Durchschnittstemperaturen liegen hier bei 18 bis 23° C. Die Temperaturen in Rio schwanken je nach Jahreszeit zwischen 18° C und 40° C und steigen im Winter kaum über 21° C.
Brasiliens Süden, jenseits vom Wendekreis des Steinbocks, hat ein feuchtes subtropisches Klima. Die heißeste Zeit, mit Temperaturen zwischen 21° C bis 32° C und damit die beste Reisezeit, ist von Dezember bis Februar, in dieser Zeit gibt es auch so gut wie keine Niederschläge. Mit Temperaturen zwischen 0° C bis 10° C wird es in den Monaten Juni-August kalt und nass.

Die trockenste und heißeste Zeit im Landesinneren ist in den Monaten von Mai bis September, während es in den Monaten von September bis März zu den meisten Niederschlägen kommt. In dieser Zeit sind große Teile des Pantanal überschwemmt und nicht passierbar. Die Regenzeit ist auch die Zeit in der die meisten Mücken vorkommen. Die beste Reisezeit ist von Juni bis Oktober, wenn die Trockenzeit einsetzt und die Tiere zu den Wasserlöchern zurückkehren. So ist die Tierbeobachtung erfolgsversprechender.
Reiseinfos

Brasilien ist ein Land, das so ziemlich alles zu bieten hat. Kein Wunder, betrachtet man seine Größe: Fast die Hälfte des südamerikanischen Kontinents gehört zum portugiesischsprachigen Brasilien. Es grenzt (von Nordosten gegen den Uhrzeigersinn gesehen) an Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay und den südlichen Atlantik und hat so mit jedem südamerikanischen Land, außer Chile und Ecuador, eine gemeinsame Grenze. Mit Brasilien verbindet man die Unendlichkeit des Amazonas-Urwaldes, herrliche Strände, den Zuckerhut von Rio de Janeiro, Karneval und Samba Rhythmen. Darüber hinaus hat Brasilien jedoch noch viel mehr zu bieten. Natur und Kultur sind vom Norden bis in den Süden des Landes sehr unterschiedlich. Die kulturelle und ethnische Vielfalt spiegelt sich zum Beispiel in der Küche Brasiliens wider, welche, von der indigenen, afrikanischen und europäischen Esskultur beeinflusst ist. Von Fisch und Fleisch, Gerichten mit Kokos- und Dendê-Öl bis hin zu exotischen Früchten und Caipirinhas, wird jedem Gaumen etwas geboten. Da viele Zutaten abhängig von Gegend und Klima sind begeben sich Genießer hier auf eine kulinarische Erlebnisreise. Ebenso besitzt Brasilien eine genauso facettenreiche Natur. Im Land gibt es 42 Nationalparks, von denen 21 zum Besuch freigegeben sind. So findet man zum Beispiel im Süden die rauschenden Wasserfälle von Iguazú, im Mittelwesten die artenreiche Schwemmlandebene Pantanal, im Nordosten beeindrucken die Tafelberge des Chapada Diamantina Nationalparks und im Norden erstreckt sich eine riesige Wüstenlandschaft: das Dünengebiet Lençóis Maranhenses mit seinen türkisfarbenen Lagunen. Brasilien bietet für fast jeden etwas. Die landschaftliche Vielfalt und die Herzlichkeit der Menschen lässt Ihren Urlaub unvergessen werden.

Einreise

Die Einreise nach Brasilien ist unkompliziert. Für Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine Visumpflicht. Während des Fluges füllt man eine Ein- bzw. Ausreisekarte aus, die sogenannte <i>cartão de entrada/saída</i>, die zusammen mit einem noch 180 Tage gültigen Reisepass vorgelegt und bis zur Ausreise aufbewahrt werden muss. Der Kinderausweis muss, unabhängig vom Alter der Kinder, ein Lichtbild enthalten.

Impfungen

Impfungen sind bei der Einreise aus Europa nicht vorgeschrieben, jedoch ist eine Prüfung und eventuelle Auffrischung der Standardimpfungen (Tetanus, Polio und Diphterie), wie vor jeder Reise, ratsam. Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen sich gegen Hepatitis A zu impfen. Reisende, die aus einem Gelbfiebergebiet kommen und älter als 9 Monate sind, müssen für die Einreise nach Brasilien eine gültige Impfung gegen Gelbfieber vorweisen können. Generell sollte über eine Gelbfieberimpfung nachgedacht werden, insbesondere, wenn Sie Reisen ins Landesinnere unternehmen. Das <b>Malariarisiko</b> ist in Brasilien regionalbedingt. Bei Reisen in die von Malariafällen betroffenen Bundesstaaten des <b>Amazonasbeckens</b> (insbesondere Pará) ist eine Mitnahme eines Malariamittels als Stand-by Medikament empfehlenswert. Informieren Sie sich bitte bei Ihrem Hausarzt oder beim Tropeninstitut, ob eine Prophylaxe oder ein Stand-by Mittel benötigt werden. Wichtig ist immer, sich selbst ausreichend zu schützen: Lange und helle Kleidung, Moskitonetze und das Auftragen von Insektenschutzmittel sind unbedingt notwendig. In den Bundesstaaten Mato Grosso, Tocantins und Maranhão gibt es ein mittleres bis geringes Risiko für Malariaerkrankungen, die Staaten an der Ostküste und Brasilia weisen keine Malariafälle auf. Eine genaue Auflistung von länderspezifischen Impfempfehlungen, etc erhalten Sie auch bei <a href="http://www.travelmed.de/">www.Travelmed.de</a>

Sicherheit und Gesundheit

Brasilien, vor allem seine Metropole Rio de Janeiro, kämpft noch immer mit dem Ruf ein gefährliches Land zu sein. In den letzten Jahren hat sich die Situation jedoch sehr verbessert. Zahlreiche Schutzmaßnahmen der Stadtverwaltungen haben die Überfall- und Diebstahlgefahr für Touristen bedeutend gemindert. In einer Gruppe oder mit einem Reiseleiter, aber auch bei Spaziergängen auf eigene Faust, kann man sich unter Beachtung entsprechender Verhaltensregeln auch in den großen Städten sorgenfrei bewegen. <b>Ein Tipp:</b> Um sich im Falle eines Diebstahls viel Stress zu ersparen, sollten Sie vor der Abreise alle wichtigen Dokumente (Reisepass, Impfpass, Personalausweis, Flugticket, ggf. Führerschein) scannen oder abfotografieren und per Email an sich selbst schicken. Die Dokumente können von überall abgerufen werden und Ersatzdokumente auf diese Art schneller beschafft werden. In dieser Email sollten Sie zusätzlich auch die Telefonnummern zur Sperrung Ihrer EC- und Kreditkarten speichern. Die privatärztliche Versorgung in Brasilien ist recht gut, auch Apotheken sind zahlreich vorhanden. Sofern man nicht auf bestimmte Medikamente angewiesen ist, braucht man also im Grunde, außer ggf. einem Mückenschutzmittel und einem Durchfallmittel, keine mitzunehmen. Diese sind jedoch auch vor Ort in guter Qualität zu bekommen. Mitunter sind die einheimischen Produkte sogar zu empfehlen, da die Mücken in einigen Gebieten resistent gegen die Wirkstoffe europäische Mittel sind. Empfehlenswert ist die Mitnahme von Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, da diese in Brasilien nur schwer erhältlich oder sehr teuer sind. Als Präventivmaßnahme gegen Magen-Darm Infektionen sollte man kein unabgekochtes Leitungswasser trinken sowie in einfachen Restaurants die Getränke lieber ohne Eis (sem gelo [seim schelo]) bestellen. Auch sollten rohes Gemüse und nicht schälbare Früchte gemieden werden.

Zeitunterschied

Der Zeitunterschied zwischen Brasilien und Deutschland ist etwas kompliziert, da es zum einen verschiedene Zeitzonen gibt und zum anderen unterscheiden einige Bundesstaaten zwischen Sommer- und Winterzeit, andere wiederum nicht. Zur Erläuterung soll folgende Darstellung dienen: Die Differenz der brasilianischen Standardzeit (BRT) zu MEZ beträgt <b>-4 Stunden</b>. Die BRT gilt allerdings nicht (immer) in allen Teilen Brasiliens. <b>Norden:</b> In weiten Teilen des brasilianischen Nordens gilt nicht die BRT sondern die AMT (Amazon Time), ebenfalls eine Standardzeit. Das heißt es gibt keine Umstellung zur Sommerzeit. Die Differenz zur MEZ beträgt im Norden, bis auf den Bundesstaat Amapá, den westlichen Teil von Pará (Grenzlinie ist der Rio Xingu), Acre und den westlichen Zipfel des Amazonas, -5 Stunden. Wenn Europa zur Sommerzeit wechselt sind es -6 Stunden. <b>Nordosten:</b> Im Nordosten, mit dem östlichen Teil Parás und den Bundesstaaten Tocantins und Amapá gilt die BRT. Die Differenz zur MEZ beträgt also -4 Stunden, im europäischen Sommer dann -5 Stunden. <b>Südosten:</b> Im Südosten und den Bundesstaaten Goiás und Distrito Federal werden die Uhren vom Sonntag nach dem 15. Oktober bis zum Sonntag nach dem 15. Februar auf Sommerzeit (BRST) gestellt. Zu dieser Zeit beträgt die Differenz zur MEZ dann -3 Stunden. Im März beträgt die Differenz zu Mitteleuropa -4 Stunden und wenn Europa die Sommerzeit beginnt -5 Stunden. <b>Süden:</b> Der Süden folgt der gleichen Uhrzeit wie der Südosten. Das heißt im brasilianischen Sommer beträgt die Differenz zur MEZ -3 Stunden, im März sind es -4 Stunden und in der europäischen Sommerzeit dann -5 Stunden. <b>Mittelwesten:</b> In diesem Fall Mato Grosso und Mato Grosso do Sul folgen der Amazon Time (AMT), jedoch gibt es hier im Gegensatz zum Norden eine Sommerzeit. Die Uhren werden vom Sonntag nach dem 15. Oktober bis zum Sonntag nach dem 15. Februar auf Sommerzeit (AMST) gestellt, so dass die Differenz zur MEZ in dieser Zeit -4 Stunden beträgt. Im März, wenn Europa noch nicht mit der Sommerzeit rechnet beträgt die Differenz -5 Stunden und zur europäischen Sommerzeit sind es dann -6 Stunden. Acre und westlicher Teil des Amazonas: Die Differenz von der Acre-Zeit (ACT) zur MEZ beträgt -6 Stunden. Hier gibt es keine Sommer-/Winterzeitumstellung. Im europäischen Sommer (April bis Oktober) liegt die Differenz bei -7 Stunden.

Elektrizität

Die Netzspannung ist in Brasilien von Ort zu Ort unterschiedlich. In Rio und São Paulo gibt es 110 oder 112 Volt/60 Hz Wechselstrom. Salvador und Manaus haben 127 Volt/60 Hz, Recife, Brasilia und andere Städte 220 Volt/60 Hz. In der Regel passen die deutschen 2-poligen Stecker (Schukostecker und Eurostecker) in die brasilianischen Steckdosen, selten sind 3-polige Steckdosen zu finden. Mit einem Universaladapter sind Sie auf der sicheren Seite (der in Brasilien in jedem Elektrogeschäft zu erhalten ist), mit diesem können Sie problemlos Ihren Stecker den örtlichen Begebenheiten anpassen.

Währung und Zahlungsmittel

Seit 1994 wird in Brasilien mit dem Real (R$) gezahlt, der sich bisher auch als relativ stabil erwiesen hat. Im Umlauf sind Geldscheine im Wert von 1,2,5,10,20,50 und 100 Reals. Ab 1 Real abwärts kursieren auch Münzen, die Centavos, die wegen chronischer Wechselgeldprobleme Gold wert sein können. Der Euro wird als Wechselwährung (Geldscheine) in Brasilien akzeptiert. Reisechecks werden von immer weniger Banken angenommen und sind nur in größeren, touristischen Städten tauschbar. Bei dem Besuch kleinerer, abgelegener Orte sollte man sich vorher mit der Landeswährung eingedecken. Den jeweils aktuellen Wechselkurs finden Sie z.B. unter: http://www.finanzen.net/waehrungsrechner/ wie auch auf anderen Webseiten. Mittlerweile kann man an vielen Geldautomaten in Brasilien mit der europäischen EC-Karte Geld abheben. Die Gebühren sind dann niedriger als beim Abheben mit einer Kreditkarte. Trotzdem sollte man eine Kreditkarte, die in Brasilien ein gängiges Zahlungsmittel ist, mitführen, da noch nicht alle Banken das Abheben mit EC-Karte anbieten. Master und Visa sind die gängigsten Kreditkarten. Geldautomaten gibt es nicht nur bei Banken, sondern auch in Supermärkten, Shopping-Centern und an Flughäfen. Hinweis: Vorsicht bei der Zahlung mit Kreditkarte. Besonders in einfachen Restaurants kam es vor einiger Zeit dazu, dass Kopien von den Kreditkarten erstellt wurden. Deshalb: Karte nie aus den Augen verlieren.

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