chile torres del paine
Chile
Foto von Christopher Michel / CC BY
Chile Gruppenreisen
  • 8-15 Teilnehmer
  • feste Reisetermine
  • aktiv & erlebnisreich
  • deutsche Reiseleitung
Chile Individualreisen
  • ab 1-2 Personen
  • individuelle Termine
  • maßgeschneiderte Reisen
  • wählbare Hotelklassen

Reiseziel Chile

Chile ist das Land der großen Gegensätze: endlose Wüsten und Eisfelder, einsame Strände und hohe Gipfel, bizarre Gletscher und Vulkane, satt-grüne Araukanienwälder und idyllische Fjordlandschaften, all dies bietet das 4.300 Kilometer lange Land.

Attraktionen von Chile

Einsamkeit und Weite findet der Chile-Reisende in den menschenleeren Weiten der Atacama-Wüste und den endlosen Grassteppen von Patagonien. Wer lieber unter Menschen ist, wird sich in der pulsierenden Metropole Santiago de Chile wohl fühlen. Die moderne Hauptstadt von Chile ist mit ihren gut 5 Millionen Einwohnern das wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes. Neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten findet der Chile-Reisende hier eine exzellente touristische Infrastruktur vor. Chile gilt darüber hinaus als Paradies für Aktivreisende. In der rund 4.000m langen Andenkordillere laden zahllose Vulkangipfel zu mehr oder weniger anspruchsvollen Bergbesteigungen ein. Wanderer kommen insbesondere in der landschaftlich reizvollen Seenregion von Chile auf ihre Kosten. Die Wildwasserflüsse und rauhen Pazifikküsten bieten perfekte Bedingungen für Wassersportler. Die zahllosen landschaftlichen Superlative von Chile werden in 36 Nationalparks unter Schutz gestellt und erfreuen sich bei Naturliebhabern zunehmender Beliebtheit. Neben dem weltberühmten Torres del Paine Nationalpark ziehen auch kleinere Schutzgebiete wie der Vicente Pérez Rosales oder der Lauca Nationalpark jährlich hunderttausende Besucher an. Ökologisch einzigartig sind der valdivianische Regenwald von Südchile, die Alerce- und Araukanienwälder der Bio Bio Region und die Atacama Wüste – eine der trockensten Regionen der Welt. Wer sich nach all den aufregenden Naturwundern einfach nur entspannen möchte, der ist in einem der zahlreichen Badeorte am Meer bestens aufgehoben.

Reisezeit

Die Nordhälfte von Chile ist grundsätzlich ganzjährig bereisbar. Die beste Reisezeit für die Seenregion und Patagonien sind die Südsommermonate November bis März.

Unser Reiseangebot

Unser Reiseangebot nach Chile umfasst Klein-Gruppenreisen zu festen Terminen, sowie (maßgeschneiderte) Individualreisen und Reise-Bausteine.

Alle Highlights im Überblick
Die bizarre Landschaft der Atacama-Wüste bietet verschiedene interessante Sehenswürdigkeiten. Bedeutende Städte der Region sind Arica, Iquique, Calama, San Pedro de Atacama und Antofagasta. Von Arica aus lässt sich gut der Nationalpark Lauca und das Azapa-Tal erkunden. Der touristisch bedeutendste Ort in der Region ist San Pedro de Atacama. Der berühmte Salzsee Salar de Atacama hat eine Fläche von mehr als 3000 Quadratkilometern. In ihm laufen mehrere Flüsse zusammen. Das stark mineralhaltige Wasser läuft jedoch nicht ab, sondern verdunstet in der Wüstenhitze und hinterlässt eine stark salzhaltige Kruste, die mit Lehm vermischt ist. Diese ist stellenweise blendend weiß, meist jedoch in einem gräulich-bräunlichen Farbton anzutreffen. Wo die Salzkruste durchbrochen ist, bilden sich kleine Lagunen, in denen Flamingos leben. Auch Tagesausflüge nach Bolivien, zum Beispiel zur Laguna Colorada oder zum Salar de Uyuni, sind von der Atacamawüste aus möglich.
Ein weiterer Höhepunkt ist das Tal des Mondes („Valle de la Luna“). Tatsächlich ist die beste Besuchszeit zum Sonnenuntergang, der die bizarren Felsformationen erst in gelborange, dann tiefrot und über violett bis dunkelblau erstrahlen lässt, bevor der Mond sein fahles Licht über die Szenerie ausbreitet.
Ein interessantes Ausflugsziel sind die Tatio-Geysire: Aus diversen Erdlöchern dampft und sprudelt im Hochtal von Tatio heißes Wasser aus dem Boden, bildet teilweise hohe Fontainen und blubbernde Schlammlöcher. Ein faszinierendes Schauspiel, das einem die vulkanische Aktivität des Untergrundes vor Augen führt.
Knapp 500 Kilometer nördlich von Santiago liegt La Serena, eine ca. 110.000 Einwohner große Stadt am Meer, die sowohl für Bade- als auch für Natur- und Aktivurlaub geeignet ist. Das Wahrzeichen von La Serena, der Leuchtturm, liegt direkt an dem über acht Kilometer langen Sandstrand. Das benachbarte Elqui-Tal ist bekannt für seine Früchte, unter anderem wachsen hier Feigen, Papayas und Trauben. Letztere werden übrigens nicht nur zu Wein, sondern auch zu Pisco verarbeitet. Die bekannteste Pisco-Brennerei befindet sich auch im Valle D´Elqui (die meisten Tagesausflüge beinhalten eine Besichtigung).
Den Abend bzw. die Nacht sollten Sie in La Serena auf keinen Fall verschlafen, sondern stattdessen eine Tour zu einem Observatorium unternehmen. Das Elqui-Tal ist auf Grund des überaus klaren Himmels eine der besten Gegenden der Welt, um in die Sterne zu schauen. Drei der wichtigsten Observatorien der Welt wurden hier errichtet: El Cerro Tololo, Las Campanas und La Silla.
Auch Tierfreunde kommen in dieser Region nicht zu kurz. Im Naturreservat Pingüino de Humboldt, insbesondere auf der Isla Damas, kann man eine Vielzahl von seltenen Tieren beobachten, darunter Seelöwen, Pelikane, Kormorane, Humboldt-Pinguine sowie die einzige Kolonie von Großen Tümmlern in Chile und mit etwas Glück sogar Wale (von September bis März).
Wein aus Chile genießt in aller Welt einen sehr guten Ruf und der Besuch eines Weingutes lohnt sich in jedem Fall. Verlässt man die Hauptstadt gen Süden findet man sich in Chiles „Obst- und Weingarten“ wieder. Im „Valle de Colchagua“ finden sich die besten Weinanbaugebiete Chiles. In dieser von der Sonne verwöhnten Gegend gedeihen die Trauben bestens und werden zu den besten Weinen des Landes verarbeitet. Die meisten Weingüter bieten Führungen und Weinproben an, oft auch mit etwas Besonderem verbunden. Das Gut Viña Viu Manent bietet beispielsweise Kutschfahrten durch die Weingärten an. Ein beliebtes Naherholungsgebiet ist der „Cajón del Maipo“ südwestlich von Santiago. Ein kleiner Kunsthandwerkermarkt kann an Wochenenden besucht werden. Hier liegt auch das berühmte und größte Weingut Chiles: Concha y Toro.
Wer als Mitbringsel nicht nur auf Alkoholisches zurückgreifen möchte, der wird im Töpferzentrum des Landes, Pomaire, sicherlich fündig. Das Dorf liegt 65 Kilometer westlich von Santiago.
Wir empfehlen als Weinprobe der besonderen Art die Tagestour im „Tren del Vino“. Der aufwändig restaurierte Zug rattert von San Fernando nach Santa Cruz durch die Weingärten. Dabei wird der Weinanbau näher erläutert, die guten Tropfen probiert und Mittagessen gibt es auch.
Riesige Araukarien und jahrhundertealte Alerce-Bäume, tiefblaue Seen, grüne Wiesen und schneebedeckte Vulkane – die Seenregion („Región de los Lagos“) ist aus gutem Grund eine der meistbesuchten Regionen Chiles. Auch deutsche Auswanderer erkannten die Schönheit der Region und siedelten sich um den Lago Llanquihue an. Das hat zur Folge, dass man in Frutillar (deutsch: Erdbeerhain) das deutsche Einwanderermuseum besuchen kann und sich anschließend im „Alt Salzburg“ oder der „Bierstube“ mit einem Stück „Kuchen“ stärkt. Eine sehenswerte Tagestour ist die Umrundung des Sees Llanquihue mit einem Abstecher zu den Wasserfällen „Saltos de Petrohue“. Von Puerto Varas aus können Sie den atemberaubenden Blick über den Lago Llanquihue auf die Vulkane Osorno und Calbuco genießen – der Vulkan Osorno wird wegen seiner perfekt geformten Spitze auch der „Fudschijama Chiles“ genannt, allerdings ist er nur für erfahrene Bergsteiger geeignet. Weitere sehenswerte Orte in der Gegend sind Valdivia (mit der Brauerei „Kunstmann“, wo nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird), Temuco (Zentrum der Mapuche-Indianer), sowie der Hafen von Puerto Montt. Naturliebhaber sollten nicht auf einen Besuch des Nationalpark Vicente Perez Rosales und Alerce Andino verzichten.
Falls Sie mit dem Auto von Norden in die Seenregion fahren, empfehlen wir Ihnen, nicht die Hauptstraße Panamericana zu benutzen, sondern die landschaftlich weitaus reizvollere Strecke über Villarrica, Lican Ray und Panguipulli zu nehmen.
Die Isla Chiloé lockt mit einer Natur, die an Irland erinnert: sanfte Hügel, grüne Wälder und Wiesen. Durch die Entfernung zum Festland entstand hier eine eigenständige Kultur aus den indigenen Kulturen und dem christlichen Glauben, den die Jesuiten mitbrachten, vermischt mit Eigenheiten der spanischen Eroberer und der deutschen Einwanderer. Der Besucher kommt auf dem Weg von Puerto Montt zuerst nach Ancud. Der Markt, der Fischereihafen und die Atmosphäre dort sind das Besondere an dieser Stadt. Der Besuch des Regionalmuseums gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm. Anschließend geht es weiter in den Süden der Insel. Die meisten Ortschaften liegen an den Fjorden, der dem Festland zugewandten Seite der Insel. Die Westseite der Insel besteht größtenteils aus undurchdringlichem Regenwald, der den Nationalpark Chiloé bildet. Ihn kann man auf einigen Wanderwegen und Lehrpfaden entdecken. Ein bisschen Glück muss der Besucher mit dem Wetter haben. Mit viel Wind und 2.000 bis 3.000 mm Niederschlag pro Jahr gehört die Insel noch nicht zu den feuchtesten Flecken Patagoniens, aber die regenfreien, strahlend schönen Tage sind eher selten – die Chancen stehen im Januar und Februar am Besten.
Castro ist die Provinzhauptstadt und bekannt für die „palafitos“, die bunten Stelzenhäuser entlang der Avenida Costanera (am nördlichen Ende) und den Kunsthandwerkermarkt. Einen Blick sollte man außerdem in die hölzerne Kathedrale an der Plaza de Armas werfen.
Das Städtchen Dalcahue lohnt sonntags einen Besuch, wenn der Kunsthandwerkermarkt („Feria Artensanal“) stattfindet. Die Preise für Wollsachen, Schnitzereien, aber auch Fisch und Gemüse sind niedrig. Der Ort liegt an der Küste und der fangfrische Fisch zum Mittagessen schmeckt nach dem Einkaufsbummel besonders gut.
Die „Carretera Austral“ wurde erst Ende der 80er-Jahre fertig gestellt und ist die erste und einzige Straßenverbindung in den Süden. Auf den über 1.200 Kilometern von Puerto Montt bis Villa O’Higgins besticht die „Straße“ mit tiefblauen oder türkisfarbenen Seen, schneebedeckten Bergen, Fjorde und Gletscherlandschaften. Die wenigen Orte an der Carretera sind weit verstreut, man begegnet auch nur wenigen Autos auf der Strecke – die Zivilisation liegt hinter einem. Die Straße lehrt den Touristen ein neues Zeitgefühl, die meist ungeteerte Straße mit zahlreichen Hindernissen lässt das Durchschnittstempo auf „kurz vor dem Stehenbleiben“ sinken. Das liegt aber auch an den zahlreichen Fotostopps, die jeder der kann, einlegt.
Die schönste Art die Carretera Austral zu entdecken ist mit einem Wagen. Leihen Sie sich, wenn Sie Zeit mitgebracht haben, einen geländegängigen Allrad-Jeep und fahren Sie die gesamte Strecke. Möchten Sie bis Punta Arenas müssen Sie über die Ruta 40 (Argentinien) fahren, da es auf chilenischer Seite keine Straßenverbindung gibt. Die abwechslungsreiche, wunderschöne Strecke ist in jedem Fall ein unvergessliches Highlight ihrer Reise. Denken Sie an aufgeladene Batterien und genügend Filme bzw. Speicherplatz auf ihrer Kamera.
Ein El Dorado, nicht nur für Wanderfreunde sondern für alle Naturliebhaber, ist der Nationalpark Torres del Paine. Er ist ein Muss für jeden Chile-Urlauber. Von eintägigen Wanderungen bis hin zu zwei Wochen – man kann viel Zeit im Park verbringen und immer wieder neues entdecken. Die „Torres“, die Wahrzeichen des Parks, sind in einer doch recht beschwerlichen Tageswanderung zu erreichen, für die Mühen entlohnt bei gutem Wetter jedoch der phänomenale Blick auf die drei Türme. Auf der anderen Seite befindet sich der Gletscher „Grey“, den Sie mit dem gleichnamigen Boot aus nächster Nähe erkunden können. An Bord wird „Pisco on the rocks“ serviert – das Nationalgetränk mit Eis direkt aus dem Gletscher. Direkt hinter dem Gletscher beginnt das „Campo de Hielo Sur“, das südliche Eisfeld, welches sich hinter dem Gletscher über 350 Kilometer lang erstreckt. Ein beeindruckender Gedanke, wenn man vor der Eiswand steht oder auf sie hinabblickt. Auch Spaziergänge entlang der Seen Nordenskjöld und Pehoe sind wunderschön und vermitteln Ihnen einen Eindruck von der Größe und Großartigkeit der Landschaft Patagoniens und speziell des Torres del Paine.
Auch wenn Ihnen auf Ihrer Patagonienreise zahlreiche Gletscher begegnen, sollten Sie doch einen Abstecher ins argentinische El Calafate machen um den Gletscher Perito Moreno zu besuchen. Die über 60 Meter hohe Eiswand ist beeindruckend und Sie werden erstaunt sein, welchen Lärm es macht, wenn selbst kleine Eisstücke abbrechen und ins Wasser fallen.
Ein magischer Name, der für viele Europäer Ferne und Abenteuer bedeutet. Der Archipel Feuerland ist der südlichste, nicht von ewigem Eis bedeckte Fleck der Welt. Wie auch in Patagonien verläuft die Staatsgrenze zwischen Argentinien und Chile durch Feuerland. Chile besitzt mit 52.000 Quadratkilometern den größeren, aber auch den unerschlosseneren Teil. Außer Porvenir und Puerto Williams gibt es keine nennenswerten Siedlungen und kaum Infrastruktur. Einfacher und genauso schön ist der Besuch der argentinischen Seite Feuerlands, wo vor allem Ushuaia, als südlichste Stadt der Welt, auf der Hauptinsel (sie heißt ebenfalls Feuerland), die Besucher anlockt.
670 Kilometer von der chilenischen Küste liegt der Juan-Fernández-Archipel, bestehend aus den Inseln „Isla Robinson Crusoe“, „Isla Alejandro Selkirk“ und „Isla Santa Clara“. Der Seefahrer Alexander Selkirk war es nämlich, der 1704 auf der kleinen Insel vor Chile strandete und vier Jahre und vier Monate alleine auf der Insel lebte. Seine Geschichte lieferte Daniel Defoe die Idee für den Roman „Robinson Crusoe“. Noch heute ist auf dieser Insel abseits des Massentourismus der Abenteuergeist zu spüren. Aber keine Angst, Sie sind dort nicht alleine, es leben heute etwa 550 Menschen auf der Isla Robinson Crusoe. Noch weiter vom chilenischen Festland entfernt, knapp sechs Flugstunden von Santiago mitten im Pazifik, liegt die Osterinsel. Dieses 171 Quadratkilometer große Eiland ist die isolierteste menschliche Ansiedlung der Welt, knapp 2000 Kilometer sind es bis zur nächsten bewohnten Insel. Kein Wunder also, dass die Menschen auf der Insel eine völlig andere Kultur leben als in Chile. Charakteristisch für die Osterinsel sind die zwischen zwei und über 10 Meter hohen „Moais“, die Steinstatuen mit überdimensionalen Köpfen, von denen es fast 1000 Stück auf der Osterinsel gibt. Die meisten davon stehen am inneren und äußeren Krater des Vulkans Rano Raraku. Rund um Orongo sind außerdem viele der insgesamt 6000 Petroglyphen der Insel zu finden. Weiterhin gibt es zahlreiche große Tempelanlagen zu besichtigen. All dies zusammen bildet die Kultur der Rapa Nui, die man vermutlich nie ganz entschlüsseln wird, da schon zuviel unwiderruflich verloren gegangen ist.
Neben dem Besuch der kulturellen Stätten sollte Ausspannen am Strand oder bei sportlichen Aktivitäten im Wasser oder hoch zu Pferd nicht zu kurz kommen.
Menschen & Kultur
Die Zusammensetzung der Bevölkerung Chiles ist homogener als es in vielen anderen südamerikanischen Ländern der Fall ist. Fast alle der 16,6 Millionen Chilenen haben europäische Wurzeln, was sich auch im Aussehen niederschlägt. Es gibt kaum mehr indigene Bevölkerungsgruppen, diese wurden im Laufe der Kolonialisierung größtenteils vertrieben oder ausgerottet. Die einzigen größeren indigenen Gruppen sind die Mapuche Indigenen mit 600.000 Mitgliedern im Süden des Landes und die 50.000 Aymaras und 20.000 Atacameños im Norden. Auf den Osterinseln lebt darüber hinaus noch eine kleine Anzahl Nachkommen der polynesischen Urbevölkerung Rapa Nui.
Der überwiegende Anteil der chilenischen Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an, die bis 1925 noch Staatskirche war. Rund 15 Prozent bezeichnen sich als Protestanten. Allerdings wächst die Anzahl der Protestanten vor allem durch den Einfluss nordamerikanischer anglikanischer Sekten stetig.
Die offizielle Landessprache in Chile ist Spanisch, das dort „Castellano“ genannt wird. Das chilenische Spanisch mit seinen zahlreichen regionalen Dialekten unterscheidet sich stark vom „Hochspanisch“ und ist auch mit guten Spanischkenntnissen oft nur schwer zu verstehen, zweifeln Sie also nicht an sich selbst! Viele ausländische Ausdrücke wurden durch die Einwanderer im Laufe der Zeit in die chilenische Sprache integriert, zum Beispiel das deutsche Wort „Kuchen“. Im Süden des Landes trifft man auf Nachfahren deutscher Einwanderer, die auch noch Deutsch sprechen. Gute Englischkenntnisse in der chilenischen Bevölkerung können nicht vorausgesetzt werden. In Touristenzentren, an Flughäfen und in besseren Hotels wird aber Englisch gesprochen. Spanischkenntnisse machen es einfacher mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Selbst wer nur über einen geringen Wortschatz verfügt, sollte sich trauen: Chilenen belohnen jeden Versuch mit Herzlichkeit und werden noch ein wenig hilfsbereiter. Zu den indigenen Sprachen zählen Mapudungun (im Süden) und Aymara (im Norden) sowie Rapa Nui auf der Osterinsel.
Vor allem in den letzten Jahren hat die chilenische Küche sich stark modernisiert und erheblich verbessert. Der Einfluss der Einwanderer auf die chilenische Küche, gemischt mit traditionellen Gerichten, führt zu interessanten Kreationen und besonderen Gaumenfreuden. Durch die Nähe zum Meer werden in Chile viel Fisch und Meeresfrüchte gegessen. Die Meeresfrüchte sind oft Bestandteil von Suppen und Eintöpfen – so zum Beispiel beim „Chupe de mariscos“, einer dicken Suppe aus Meeresfrüchten, Butter, Brotstücken, Avocadocreme und Käse. Zu den weiteren Spezialitäten Chiles gehört das reichhaltige „Curanto“, ein Gericht aus Meeresfrüchten, Schaf-, Rind-, Lamm- und Geflügelfleisch sowie Kartoffeln und Würsten. „Asados“ (Grillfeste) sind in Chile sehr beliebt, das Fleisch wird mit verschiedenen Saucen und Dips gereicht. Dem europäischen Gaumen unbekannt ist das „Pastel de choclo“ (Maiskuchen): Rind, Huhn, Rosinen, Eier und Zwiebeln werden mit Maisbrei bedeckt, mit Zucker bestreut und im Ofen gebacken. Perfekt für zwischendurch sind „Empanadas“, kleine Teigtaschen mit den unterschiedlichsten Füllungen, die (in Chile) meistens im Ofen gebacken werden und an fast jeder Straßenecke verkauft werden. Getrunken werden die guten chilenischen Weine, aber auch der Bierkonsum ist in den letzten Jahren gestiegen. Vor allem im Süden klingen die Biernamen häufig Deutsch. Stärkere Getränke basieren oft auf dem Traubenschnaps Pisco. Streit und Uneinigkeit herrscht über den Ursprung: Sowohl die Chilenen als auch die Peruaner deklarieren „Pisco Sour“ als ihr Nationalgetränk. Als Tourist sollte man sich nicht einmischen, sondern ihn lieber probieren: Zum Pisco kommen (gemixt) Limettensaft, Zuckersirup, Eiweiß und Eiswürfel.
Geographie
Chile erstreckt sich als langer, dünner Streifen über 4300 Kilometer entlang der Westküste Südamerikas. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Land über eine äußerst vielfältige Natur und Kultur verfügt. Chile erhebt auch Anspruch auf einen Teil der Antarktis. Außerdem gehören die Osterinseln zu Chile. Geographisch wird das Festland üblicherweise in fünf Zonen unterteilt: der Große Norden, der Kleine Norden, die Zentralzone, der Kleine Süden und der Große Süden.
Zum Großen Norden gehört vorwiegend die Atacama-Wüste – die trockenste Wüste der Welt. Nur östlich der Kernwüste ist teilweise Trockenfeldbau möglich. Die widrige Natur ist auch Grund für die dünne Besiedlung dieses Gebietes, das knapp ein Viertel der gesamten Landesfläche einnimmt.
Der Kleine Norden beginnt bei Chañaral und reicht bis in die Gegend kurz vor Viña del Mar. Von Norden nach Süden geht die Wüste allmählich in eine Steppenlandschaft über, um schließlich in die bereits wechselfeucht-subtropische Region Zentralchiles zu münden. Vor allem an den verschiedenen, aus der Kordillere kommenden Flüssen ist die Vegetation üppig und die Region gut wirtschaftlich nutzbar. Bergbau spielt ebenfalls eine große Rolle, da die Gebirge reich an Kupfer, Gold, Silber und anderen Edelmetallen sind.
Die Zentralzone umfasst ungefähr ein Siebtel des Landes und ist die am dichtesten besiedelte Zone des Landes. Das Klima ist hier mediterran und die Niederschlagshäufigkeit nimmt nach Süden hin zu. In dieser Region befindet sich die Hauptstadt Santiago de Chile.
Der Kleine Süden ist immer noch relativ dicht besiedelt und gilt als beliebtestes Reiseziel Chiles. Die Seen, schneebedeckten Vulkane und die Überreste des ehemals flächendeckenden Urwaldes machen die Region zum beliebtesten Teil Chiles, der oft mit der Schweiz verglichen wird. Der Kleine Süden endet bei Puerto Montt.
Bei Puerto Montt beginnt der raue und stürmische, aber zugleich faszinierende und wunderschöne Süden Chiles: Patagonien. Urwälder, Gletscher, Fjorde, Inseln, schneebedeckte Gipfel und wunderschöne Seen und Flüsse mit ihren intensiven, leuchtenden Farben machen die Region so sehenswert. Durch die unwirtlichen Bedingungen und die schlechte Verkehrsanbindung an die übrigen Teile des Landes wird Patagonien zu einem Abenteuer. Die Gegend ist niederschlagsreich und mit nur einem Einwohner pro Quadratkilometer extrem dünn besiedelt.
Beste Reisezeit
Da Chile auf der Südhalbkugel liegt, verlaufen die Jahreszeiten hier entgegengesetzt. Daher liegt die beste Reisezeit für Chile zwischen November und März, während dieser Monate sind die klimatischen Verhältnisse weitestgehend stabil. Aufgrund seiner geografischen Vielfalt ist eine Reise nach Chile jedoch ganzjährig problemlos möglich.
Für Reisen nach Mittelchile und Santiago bietet sich das Frühjahr oder der Herbst an. Der Sommer in Santiago und im gesamten Zentralgebiet kann sehr heiß und feucht sein, während die Wintermonate recht kalt sind und es oftmals zu starker Bewölkung kommt.
Der Süden erstreckt sich über das Gebiet der Seen und Fjorde zwischen Puerto Montt und Punta Arenas im äußersten Süden. Für diese Region kann als Reisezeit nur das chilenische Sommerhalbjahr zwischen September und April empfohlen werden, wenn die Tage sehr lang und warm sind. Im restlichen Teil des Jahres finden keine Bootstouren in die Inlandfjorde statt, viele Hotels sind geschlossen und Ausflüge, vor allem auch in den Torres del Paine Nationalpark, können aufgrund der Wetterbedingungen nicht durchgeführt werden. Ganzjährig muss man mit starkem Wind und schwankenden Temperaturen rechnen. In der Seenregion kann man das Klima (umgekehrt) mit dem deutschen vergleichen.
Der große Norden ist prinzipiell ganzjährig bereisbar, wobei der sogenannte „bolivianische Winter“ auf dem Altiplano in den Sommermonaten Januar und Februar auch für Unwetter sorgen kann. Ansonsten sieht der Norden eher selten Regen. Die Atacama Wüste zählt zu den trockensten Wüsten der Welt. Abhängig von der Saison können die Tage angenehm bis kühl und die Nächte kühl bis sehr kalt werden.
Reiseinfos

Chile ist das Land der großen Gegensätze: Wüsten und Eisfelder, Strand und hohe Gipfel, Gletscher und Vulkane, Steinformationen und Fjorde, all das bietet das 4300 Kilometer lange Land. Einsamkeit und Weite findet der gestresste Europäer in den endlosen, menschenleeren Weiten Patagoniens und der Atacama-Wüste. Wer lieber unter Menschen ist, wird sich in der Millionen-Metropole Santiago de Chile wohler fühlen. Die allgegenwärtigen Anden und die zahlreichen Nationalparks sind ein Paradies für alle Bewegungshungrigen – die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich. In den verschiedenen Vegetations- und Klimazonen finden Tier- und Vogelfreunde eine Fülle an Arten und Spezies, denen man in Europa nicht begegnet. Wer sich nach all den aufregenden Landschaften und Aktivitäten einfach nur entspannen möchte, der ist in einem der zahlreichen Badeorte am Meer bestens aufgehoben. In Chile kommt jeder Besucher auf seine Kosten.

Einreise

Die Einreise nach Chile ist für Deutsche, Österreicher und Schweizer unproblematisch. Ein Visum ist nicht notwendig. Benötigt wird lediglich ein Reisepass, der bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein muss. Darüber hinaus wird bei der Einreise eine Touristenkarte ausgefüllt. Diese wird im Flugzeug ausgeteilt, ist kostenlos und ermöglicht eine einmalige Einreise mit einer Aufenthaltsdauer von bis zu 90 Tagen. Die Touristenkarte muss unbedingt bis zur Ausreise aus Chile aufbewahrt werden.

Impfungen

Zu den Standardimpfungen gehören die Tetanus-Impfung (Wundstarrkrampf), Polio (Kinderlähmung) und Diphtherie (vor allem bei Kindern wichtig). Bitte kontrollieren Sie Ihren Impfausweis, ob Sie noch über den erforderlichen Schutz verfügen oder konsultieren Sie Ihren Hausarzt. Cholera ist in Chile kaum verbreitet und das Risiko einer Infektion ist gering. Eine Impfung gegen Hepatitis A wird empfohlen. Das Risiko einer Ansteckung kann zudem erheblich eingeschränkt werden, wenn auf ausreichende (Körper-)Hygiene geachtet wird. Bei Trekkingreisen oder einem Aufenthalt in der Wildnis kann eine Tollwutimpfung sinnvoll sein, eventuell auch eine Impfung gegen Typhus, wenn Orte mit geringen hygienischen Standards besucht werden. Gegen Gelbfieber muss nur geimpft sein, wer auf die Osterinseln möchte und ohne mindestens sechstägigen Zwischenaufenthalt auf dem chilenischen Festland aus einem anderen südamerikanischen Land einreist. Hierbei handelt es sich nur um Empfehlungen. Bei einer Reise sollte im Vorfeld auf jeden Fall ein Arzt oder Tropeninstitut konsultiert werden. Dies gilt auch, da sich die Impfvorschriften kurzfristig ändern können.

Sicherheit und Gesundheit

<b>Sicherheit</b> Chile gilt als eines der sichersten Länder Südamerikas. Besonders in ländlichen Regionen ist die Gefahr von Diebstahl oder Überfall gering. Taschendiebstahl ist in größeren Städten, vor allem auf belebten Plätzen, in der U-Bahn oder in Restaurants, jedoch keine Seltenheit. Vermeiden Sie es ihre Geldbörse für alle sichtbar zu zücken und achten Sie immer auf Ihre Brief- und Handtasche. Das offensichtliche Tragen teurer Schmuckstücke macht Sie für Diebe interessanter! <b>Gesundheit</b> Das chilenische Gesundheitssystem ist grundsätzlich gut ausgebaut. Jedoch lassen sich erhebliche Unterschiede zwischen der medizinischen Versorgung in den Städten und in den abgelegen Landesteilen feststellen, wo grundsätzlich schlechtere Verhältnisse herrschen. In den meisten Städten finden sich englischsprachige, oft auch deutschsprachige Allgemeinärzte. Im Normalfall sind Privatkliniken die besseren, wenn auch teureren, Anlaufstellen. In Santiago ist die deutsche Klinik („Clínica Alemana“) in der Avenida Vitacura zu empfehlen. Apotheken sind gut ausgestattet, die meisten Medikamente sind rezeptfrei erhältlich. Wie in vielen südamerikanischen Ländern werden Tabletten auch einzeln verkauft. Zu den in Chile am häufigsten auftretenden Krankheiten gehören vor allem Durchfallerkrankungen sowie die Höhenkrankheit bei Reisen von der Küste ins Hochland.

Zeitunterschied

Im europäischen Sommerhalbjahr beträgt der Zeitunterschied zwischen Mitteleuropa (MESZ) und Chile (CLT) sechs Stunden. Wenn es bei uns 14:00 Uhr ist, ist es in Chile erst 8:00 Uhr am Vormittag. Zur Hauptreisezeit, also in unserem Winter, beträgt die Zeitdifferenz nur vier Stunden, da Chile auf Sommerzeit umstellt (CLST). Die Umstellung findet in Chile etwa zwei Wochen früher statt als in Mitteleuropa, deshalb beträgt der Unterschied im März und Oktober für diesen Zeitraum fünf Stunden.

Elektrizität

Die Stromspannung beträgt in Chile ebenso wie in Mitteleuropa 220 Volt / 50 Hz, trotzdem passen europäische Stecker nicht in jede chilenische Steckdose. Ein Adapter sollte also mit ins Reisegepäck, kann aber auch vor Ort in Supermärkten und Fachgeschäften gekauft werden.

Währung und Zahlungsmittel

Die Währung in Chile ist der Chilenische Peso. Anders als in einigen anderen südamerikanischen Ländern, werden US-Dollarnoten nur in großen Hotels und Tourismusunternehmen akzeptiert und die einheimische Währung bevorzugt. Der Euro kann in Banken und Wechselstuben getauscht werden. Sie brauchen also nicht notwendigerweise einen Umtausch in USD vornehmen. Den Tausch Ihrer Devisen sollten Sie im Sinne eines günstigeren Wechselkurses ausschließlich im Reiseland und nicht in Deutschland vornehmen. Des Weiteren werden Euro- bzw. Dollarscheine, die geringfügige Risse oder ähnliches aufweisen, in Wechselstuben oft nicht angenommen. Es empfiehlt sich also die Scheine mit Vorsicht zu behandeln. Sie können sowohl mit einer Kreditkarte (Master Card/Visa), als auch mit Ihrer EC-Karte (nur mit Maestro gekennzeichnete Automaten) an Geldautomaten Summen in der jeweiligen Währung abheben. Achten Sie bei der Auswahl der Karte immer auf die Konditionen Ihrer Bank um hohe Gebühren zu vermeiden. EC-Karten sind meist die preiswertere Alternative! Es sollte darauf geachtet werden immer genügend Kleingeld mitzuführen, da vielerorts kaum Wechselgeld vorhanden ist. Bei der Planung Ihres Reisebudgets sollten Sie sich außerdem darüber im Klaren sein, dass Chile nicht zu den Billigreiseländern Südamerikas gehört. Vor allem Importwaren und mittel- bis hochklassige Hotels sind kaum günstiger als in Europa.

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