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Interessantes und Kurioses

Städte in Argentinien

Buenos Aires

Buenos Aires, die Stadt am Río de la Plata, auf die ihre Einwohner die Porteños, so stolz sind, wirkt auf den ersten Blick gar nicht wie eine typisch lateinamerikanische Stadt. Die vielen Einwanderer, vor allem aus Europa, haben ihre Spuren hinterlassen: Platanengesäumte Straßen sowie Plätze mit Denkmälern und Straßencafés erinnern an Paris, hohe Häuser mit schmiedeeisernen Balkonen aus der Zeit der Jahrhundertwende lassen einen glauben, man befände sich gar nicht in Südamerika. Doch spätestens, wenn Sie durch das Stadtviertel La Boca schlendern und einem Tänzerpärchen beim „Tango Argentino“ zuschauen, werden Sie das Temperament und die Leidenschaft Argentiniens spüren.
Obwohl der Großraum Buenos Aires mit seinen insgesamt 11,5 Millionen Einwohnern doch recht weitreichend ist, ist das Stadtzentrum überschaubar. Die Orientierung ist aufgrund der im Schachbrettmuster angelegten Straßen recht einfach. Natürlich sollte man, um einen umfassenden Eindruck von Buenos Aires zu erlangen, auch die ganz unterschiedlichen Stadtviertel besuchen: z.B. die Künstlerviertel San Telmo und La Boca (Sitz des berühmten Fußballvereins Boca Juniors) und die „Luxusviertel“ Recoleta und Palermo. Jedes Viertel (Barrio) hat seine eigene, mitunter unverwechselbare Identität, denn es waren ursprünglich eigene Gemeinden, die mit der Entwicklung der Stadt zusammenwuchsen.


Sehenswert

Das historische Stadtzentrum von Buenos Aires ist Plaza de Mayo, benannt nach der Revolution vom Mai 1810. Jeden Donnerstag trifft sich auch heute noch die bekannte Menschenrechtsgruppe „Madres de Plaza de Mayo“.
Zwei der wichtigsten Straßen sind die Avenida de Mayo, die das Regierungsgebäude „Casa Rosada“ mit dem Parlamentsgebäude verbindet, sowie die Avenida 9 de Julio (benannt nach dem Datum Unabhängigkeit Argentiniens), die mit ihren 125 Metern die breiteste Straße der Welt ist. Ein wahrer Fußgänger-Albtraum! Wahrzeichen und Mittelpunkt dieser Straße ist der 67 Meter hohe Obelisk. Zwei Blocks entfernt vom Obelisk, ebenfalls auf der Ave. 9 de Julio, treffen Sie auf das wichtigste Theater der Kulturmetropole Buenos Aires: das Teatro Colón. Interessant ist, dass im Teatro Colón keine Theaterstücke, sondern Ballettstücke, Opern und mitunter auch (Rock-) Konzerte aufgeführt werden.
Ein Muss ist der Friedhof von Recoleta mit Gräbern vieler bekannter Aristokraten der Stadt u.a. auch das Mausoleum der Familie Duarte, wo Evita Perón begraben ist. Die Kirche neben dem Friedhof mit Namen „Basilica de Nuestra Señora de Pilar“ ist ebenfalls sehenswert. Im Centro Cultural de Recoleta finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt und direkt daneben am Plaza Francia lockt ein großer Floh- und Kunsthandwerksmarkt die Besucher an.
Im bunten Immigrantenviertel La Boca besuchen die meisten Touristen nur das „Caminito“, aber La Boca hat noch sehr viel mehr zu bieten, wie z.B. Kunstgalerien, Museen, kleine Theater und natürlich die berühmten Häuser mit ihren bunten Wellblechfassaden. San Telmo, früher einfache Arbeitergegend, ist einer der ältesten Stadtteile von Buenos Aires. Heute ist es ein Künstlerviertel und bezaubert mit seinen wunderschönen Fassaden der 20er-Jahre Häuser und zahlreichen Cafés. Im Herzen des Viertels, auf dem Plaza Dorrego, gibt es einen interessanten Flohmarkt mit Antiquitäten und sonntags wird dort Tango getanzt.


Tipp

Das Café Tortoni auf der Avenida de Mayo ist mit 150 Jahren das älteste und berühmteste Kaffeehaus von Buenos Aires. Das traditionsreiche Jugendstil-Café hat sich mit seinen roten Ledersesseln, Spiegeln und Kronleuchtern Stil und Ambiente der Vergangenheit bewahrt. An manchen Abenden finden Tango- oder Jazzkonzerte statt.



Mar del Plata

Mar del Plata liegt südlich der Hauptstadt an der Atlantikküste und ist ein Badeort, der dem französischen Biarritz nachempfunden ist.
Im Sommer scheint es fast alle Bewohner des Ballungsraums Buenos Aires an den Strand zu ziehen. Auch wer kein Fan von Massentourismus ist, muss das Gewimmel an den Stränden und den abendlichen Trubel in den Fußgängerstraßen einmal erlebt haben. Mar del Plata verfügt über mehrere kilometerlange Sandstrände, Restaurants in Hülle und Fülle, zahlreiche Diskotheken, Kinos und Spielhallen.

Für die Sportbegeisterten gibt es Wassersportmöglichkeiten aller Art. Hier findet im März das Internationale Filmfestival von Mar del Plata statt, wo der Ernesto Che Guevara Filmpreis für den besten lateinamerikanischen Film vergeben wird.



Salta

Die Stadt liegt im Nordwesten Argentiniens, an den Ausläufern der Anden auf einer Höhe von 1.200 m. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz wurde 1592 von spanischen Eroberern gegründet, die wohl damals schon den ewigen Frühling genossen, denn die Durchschnittstemperatur liegt bei 22 Grad. Die Stadt trägt nicht zu Unrecht den Beinamen „La Linda“ – Die Schöne. In kaum einer anderen argentinischen Stadt gibt es so viele ausgedehnte Parkanlagen, und auch hübsch restaurierte historische Gebäude sind zahlreich zu finden. Die schöne Lage im „Valle de Lerma“, die erfrischende Umgebung der Ausläufer der Anden und die koloniale Altstadt machen Salta zu einer der schönsten Städte Argentiniens.


Sehenswert

Unübersehbar ist die rosa-beige getünchte, mächtige Kathedrale. 1882 wurde diese auf den Ruinen des Vorgängerbaus errichtet. Man findet im Inneren der dreischiffigen Kirche mit der großen Kuppel kaum eine Stelle, die nicht reich verziert ist. Eine gute Stadtrundfahrt von ca. 1 Stunde Dauer bekommt man im Linienbus Nr. 5A von der Ave. San Martín.


Tipp

Von Salta aus fährt von April bis November der "Zug in die Wolken" (Tren a las Nubes), nichts für Leute mit Höhenangst! Das ist eine abenteuerliche, 217 km lange Bahnfahrt, die kurz nach San Antonio des los Cobres am Viadukt La Polvorilla endet. Die 224 m lange spektakuläre Stahlbrückenkonstruktion, die sich in 63 m Höhe über ein Tal spannt, wirkt wie eine Art Eiffelturm in der Andenwüste. Insgesamt fährt der Zug von 1.180 m bis 4.200 m Höhe, er verkehrt jedoch nicht jeden Tag.



Córdoba

Córdoba ist eine der ältesten Städte Argentiniens und wird gern als das Zentrum des Landes bezeichnet. Sie ist mit fast 1,3 Millionen Einwohner die zweitgrößte Stadt Argentiniens und liegt zwischen der Sierra von Córdoba, einem 500 km langen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirge und der weiten Ebene, der Pampa. Um die Stadt herum hat sich eines der größten argentinischen Industriezentren entwickelt, besonders die Automobilindustrie ist hier angesiedelt. Man nennt diese Stadt auch „La Docta“ (die Gebildete), da hier die erste Universität Argentiniens gegründet wurde, die auch bis heute etwa 80.000 Studenten ausbildet.


Sehenswert

Zentrum der Stadt ist der Plaza de San Martín mit dem Denkmal des gleichnamigen Feldherrn. Im Cabildo (Stadthaus) befindet sich heute das Städtische Historische Museum. Daneben liegt die Kathedrale, die 1782 vollendet wurde und ein Stilgemisch aus romanisch, barock, und neoklassizistisch ist. Weitere sehenswerte Kirchen sind das Konvent Santa Teresa, und die Iglesia de la Compañía de Jesús. Die Kolonialbauten im Stadtzentrum sind sehr gut erhalten.
Abends sieht man auf dem Plaza San Martín viele Pärchen, jung und alt, die beim spontanen Tangotanzen ihr Können zum Besten geben.


Tipp

Sollten sie auf Ihrer Argentinien-Reise plötzlich Heißhunger auf Schwarzwälder Kirschtorte, Gulasch und Knödel oder deutsches Bier haben, dann sind Sie hier richtig! Villa General Belgrano liegt ca. 87 km südlich von Córdoba und wurde von zwei Deutschen im Jahre 1932 gegründet und von Immigranten aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Österreich geprägt. Im Oktober findet das größte Bierfest des Landes statt, im April das Fest der Wiener Torten und im Juli das Fest der Alpenmilchschokolade. Viele Argentinier kommen hierher, um zu sehen, was es mit der „Deutschen Gemütlichkeit“ auf sich hat. Die Kleinstadt ist vollständig auf Tourismus eingestellt und somit wird auch allerlei Kitsch verkauft, wie z.B. Bierseidel mit Wappen von deutschen Städten.



Mendoza - Die Weinmetropole

Mendoza ist eine Oase in der Steppenwüste, denn die Straßen sind gesäumt mit Bäumen, und man sagt, auf jeden Einwohner soll ein Baum kommen.
Trotz einer Einwohnerzahl von 120.000 ist die Stadt für südamerikanische Verhältnisse ziemlich entspannt. Genießen Sie die zahlreichen Straßencafés, flanieren Sie in den Alleen oder tauchen Sie in das Nachtleben ein mit den exzellenten Restaurants und Bars. Natürlich muss man in Mendoza auch Wein probiert und vielleicht auch gekauft haben. Schließlich kommen fast drei Viertel des argentinischen Weines aus der Provinz Mendoza, und Argentinien ist der weltweit fünftgrößte Weinproduzent. Rund 80 besuchbare Bodegas laden ein, den besten argentinischen Rebensaft zu kosten. Außerdem stellt Mendoza einen guten Ausgangspunkt für Bergsteiger und Wanderer dar, welche die Anden Argentiniens und Chiles erkunden wollen. Viele zieht es zum höchsten Berg des amerikanischen Doppelkontinents, dem fast 7.000 m hohen Cerro Aconcagua.


Sehenswert

Es empfiehlt sich der Besuch des Palacio Municipal auf der 9 de Julio 500, etwa sechs Blocks abseits des Zentrums. Er besitzt eine Dachterrasse, die für jedermann geöffnet ist, wobei man einen schönen Blick über die Stadt hat. Das Museo Histórico San Martín und das Museo del Pasado Cuyano bieten gute Informationen über San Martín und die Regionalgeschichte.
Der Parque San Martín mit 50.000 verschiedenen Arten von Bäumen ist schön zum Spazierengehen oder um diversen Freizeitaktivitäten nachzugehen, wie z.B. Tennis, Reiten oder Rudern auf dem See.


Tipp

Nur 18 km von Mendoza entfernt, in Lujan de Cuyo am Fuße der Anden, liegt ein kleines Weingut namens Cabrini. Es gibt ein Besucherzentrum, bei dem man eine Tour des Weinguts bekommt sowie eine ausführliche Erklärung, wie der Wein produziert wird. Auch die Geschichte des italienischen Familienbetriebs ist interessant, und am Ende darf man sich bei einer Weinprobe die köstlichen Weine schmecken lassen.



San Carlos de Bariloche

Mit 100.000 Einwohnern stellt San Carlos de Bariloche, kurz Bariloche genannt, die größte Stadt am Rand der patagonischen Anden dar. Direkt am Ostufer des großen Nahuel-Huapi See gelegen hat man das Gefühl, am Eingangstor zur unendlichen Weite Patagoniens zu stehen. Bariloche und Umgebung gilt als die „Schweiz Argentiniens“, denn die Landschaft erinnert doch stark an die Alpen und fast auf jeder Speisekarte gibt es Käse- oder Schokoladenfondue.
Der Tourismus und die Schokoladenherstellung sind die Haupteinnahmequellen und es gibt das ganze Jahr über Besucher: im Sommer zum Wandern und im Winter zum Skifahren.
Im Stadtzentrum gibt es das Centro Cívico, Museo de la Patagonia, das ausgestopfte Tiere und indianische Kultur- und Alltagsgegenstände zeigt sowie die neogotische Kathedrale, die 1946 erbaut wurde.



Ushuaia

Ushuaia ist sowohl die südlichste Stadt der Welt, worauf dessen 50.000 Einwohner sehr stolz sind, als auch die Hauptstadt der Provinz Tierra del Fuego (Feuerland).
Obwohl die Stadt am „Ende der Welt“ liegt, wirkt sie mit ihren bunten Häusern vor den schneebedeckten Bergen und dem eisblauen Meer sehr bunt und lebendig. Ushuaia ist ein guter Ausgangspunkt für Exkursionen zum Nationalpark Tierra del Fuego und für Kreuzfahrten in die Antarktis.


Sehenswert

Zwei sehr interessante Sehenswürdigkeiten machen einen Zwischenstopp in Ushuaia lohnenswert: das „Museo del Fin del Mundo“ und das „Presidio“ (Museo Marítimo de Ushuaia). Dort erfährt man mehr über das Leben auf der ehemaligen Sträflingskolonie bis zur heutigen Zeit. Die Hauptstraße Ave. San Martín bietet gute Einkaufsmöglichkeiten.




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